Frühe Absicherung der Arbeitskraft: Wann lohnt sich eine BU für Kinder?

Das Mindestalter für einen Abschluss einer Berufsunfähigkeits­versicherung (BU) ist in der Branche bis auf zehn Jahre gesunken. Wie sinnvoll sind BU-Tarife für Kinder?

Veröffentlicht am 06. Juli 2020

Je früher, desto besser. Bei der Arbeitskraftabsicherung gilt diese Devise, denn je jünger der Versicherte, desto günstiger die Absicherung. Kinder und Schüler haben zudem noch gar keinen Beruf, in der Regel sind weniger Vorerkrankungen vorhanden und nur selten gefährliche Sportarten als Hobbys, die zu Risikozuschlägen führen können. Das Gros der Versicherer startet mit Schüler- und Auszubildenden-Tarifen in der BU ab 15 Jahren. Einige Anbieter wie SIGNAL IDUNA offerieren einen selbstständigen BU-Schutz bereits ab zehn Jahren.

In der Regel sind maximal monatlich 1.000 Euro versicherbar, eine Dynamisierung ist möglich. Für einen 17-jähriger Gymnasiasten in der Oberstufe zum Beispiel kostet eine solche BU 38,95 Euro monatlich (netto nach Verrechnung von nicht garantierten Überschüssen) in der Variante SI WorkLife EXKLUSIV-PLUS Comfort der SIGNAL IDUNA. Für einen zehnjährigen Schüler läge der entsprechende Beitrag bei 69,01 Euro.

 

Gesundheitsfragen für Kinder

Für Kinder ist bei Abschluss eine reguläre Gesundheitsprüfung erforderlich. Wann gilt ein Schüler als berufsunfähig? Hier gibt es Unterschiede. Eine mögliche Definition ist, dass der BU-Fall eintritt, wenn der Schüler aus medizinischen Gründen voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen mindestens die Hälfte der Zeit nicht am Unterricht teilnehmen kann. Teilweise ist diese Frist für die Anerkennung des Versicherungsfalles aber auch länger.

 

Verlängerungs- und Wechseloptionen

Viele Versicherer begrenzen die Laufzeit solcher BU-Kindertarife bis ins junge Erwachsenenalter. Eine Option ermöglicht es dann, später ohne oder mit vereinfachten Gesundheitsfragen die BU bis maximal zum Endalter 67 zu verlängern. Wann dies spätestens erfolgen muss, ist unterschiedlich, zum Beispiel bei Start oder Ende einer Berufsausbildung oder eines Studiums oder zu einem festgesetzten Alter. Bei der SIGNAL IDUNA ist die Verlängerungsoption bis zum Ende des zehnten Versicherungsjahres möglich. Die vereinbarte BU-Rente kann dabei nicht erhöht werden. Die Beiträge werden neu kalkuliert anhand des Alters und der Tätigkeit der versicherten Person zu diesem Zeitpunkt.

Eine mögliche Alternative ist, für Kinder zunächst eine Grundfähigkeitsschutzpolice abzuschließen. Bei SIGNAL IDUNA können wahlweise zwölf oder 20 Grundfähigkeiten versichert werden. Bis einschließlich des 35. Lebensjahres besteht in der erweiterten Variante EXKLUSIV die Möglichkeit, in die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung zu wechseln. „Dies ist möglich innerhalb von sechs Moanten nach Eintritt bestimmter Ereignisse. Dazu zählen unter anderem ein erfolgreicher Studienabschluss, eine bestandene Meisterprüfung oder auch eine Gehalts- oder Gewinnsteigerung um mindestens 10 Prozent“, so Detlef Tripp, zuständig als Abteilungsleiter  Marketing Leben und Renten bei SIGNAL IDUNA.

 

Auch in Verbindung mit privater Rentenversicherung möglich

Häufig kann eine Kinder-BU auch an den Abschluss einer Rentenversicherung gekoppelt werden. „Dadurch kann Kapital angespart werden, welches später für die Rente des Kindes genutzt werden kann. Und falls es zwischendurch finanziell mal „eng“ werden sollte, kann eine Teilentnahme des angesparten Guthabens helfen,“ betont SIGNAL IDUNA Experte Tripp. Der Versicherer bietet auch diese Variante an.

 

Spätere Risikoprüfung möglich

Wichtig sind zudem die im Vertrag aufgeführten Nachversicherungs-/ Ausbaugarantien. Sie sind in der Höhe bisweilen an die zunächst abgeschlossene monatliche Rentenhöhe gekoppelt – zum Beispiel maximal plus 50 Prozent Es kann also nicht beliebig erhöht werden. Die Garantien umfassen etwa den Start einer Ausbildung, die Familiengründung oder den späteren Kauf einer Immobilie. Manche Versicherer verzichten dann zwar auf eine neue Gesundheitsprüfung, behalten sich aber eine Risikoprüfung vor – falls das Kind später gefährliche Hobbys betreibt oder zu rauchen begonnen hat.

Der Versicherte kann aber auch bessergestellt werden. „Wenn der Kunde nach Schulabschluss einen Beruf mit einer schlechteren Berufsgruppe ergreift, gibt es keine Schlechterstufung. Ergreift er einen Beruf mit besserer Berufsgruppeneinstufung so kann er uns dies mitteilen und es erfolgt eine Einzelfallprüfung, ob er gegebenenfalls in die bessere Berufsgruppe eingestuft werden kann“, so BU-Experte Tripp von der SIGNAL IDUNA.

Wie hoch die abgeschlossene Rente für Kinder ausfallen sollte, hängt von der finanziellen Situation der Familie ab. In der Regel wird die maximal mögliche Absicherung von meist 1.000 Euro monatlich empfohlen. Staatliche Leistungen für Kinder in diesen Fällen wie zum Beispiel eine Erwerbsminderungsrente existieren nicht. Lediglich bei bestimmten Unfällen kann das Kind vom Staat eine Verletzenrente erhalten. Daher ist eine private Absicherung für Kinder durchaus sinnvoll.