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Vorsorge & Vermögen

Berufsunfähigkeitsversicherung: Risikovoranfragen schützen

Wer an Vorerkrankungen leidet oder in einem gefährlichen Beruf arbeitet, tut sich meist schwer, seine Arbeitskraft angemessen abzusichern. Mit einer Risikovoranfrage können Makler die persönlichen Risiken ihrer Kunden anonym bei Versicherern prüfen, ohne dass daraus Nachteile entstehen.

27.05.2020

Jeder Versicherer prüft vor Abschluss das Risiko, dass der Versicherungsfall tatsächlich eintritt. Was jedoch genau ein erhöhtes Risiko darstellt, beurteilt jede Gesellschaft anders. In der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) werden häufig bestimmte Vorerkrankungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen oder nur mit einem Risikozuschlag versichert.

Auch wer hauptsächlich körperlich arbeitet, gilt als jemand, der mit höherer Wahrscheinlichkeit berufsunfähig wird. Daher bezahlen zum Beispiel Dachdecker oder Polizisten einen höheren BU-Beitrag als ein am Schreibtisch arbeitender Sacharbeiter in der Verwaltung. Gefährliche Hobbys wie Gleitschirmfliegen, Fallschirmspringen oder Tiefseetauchen erhöhen zudem ebenfalls das BU-Risiko und können zu Aufschlägen, Ausschlüssen oder gar einer Ablehnung führen.

Ablehnung hat Folgen

Wer als BU-Kunde von einem Versicherer abgelehnt wird, muss damit rechnen, dass er in die sogenannte HIS-Wagnisdatei eingetragen wird. Dort tauschen Versicherer Informationen aus und speichern Angaben über Versicherte. Zum Beispiel falls ein Kunde gleich mehrfach Leistungen aus Rechtsschutz- oder Privathaftpflichtversicherungen innerhalb eines Jahres in Anspruch nimmt. Oder eben aufgrund eines erhöhten Risikos für eine BU-Versicherung abgelehnt wird. Ein Eintrag in der HIS-Wagnisdatei erschwert es Kunden daher noch einmal, einen anderen Versicherer zu finden oder macht das gar unmöglich.

Daher stellen Makler, bevor sie einen konkreten BU-Antrag für ihren Kunden einreichen, zunächst eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern. Diese Voranfrage umfasst wie ein Versicherungsantrag alle wesentlichen Angaben und Gesundheitsdetails, lässt aber keinen Rückschluss auf die Person des Antragstellers zu. Name, Wohnort und Geburtsdatum sind geschwärzt. Somit kann keine Zuordnung zum Kunden stattfinden. Der Kunde sollte natürlich alle Fragen zu seinem Gesundheitszustand wahrheitsgemäß beantworten. Nur dann kann eine realistische Einschätzung seitens des Versicherers erfolgen.

Vergleich der Konditionen

Die Versicherer geben dem Makler dann eine Einschätzung, ob und unter welchen Bedingungen sie den Antrag annehmen würden. „Wir erhalten die Risikovoranfragen per E-Mail und können innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung geben, wenn der Makler unser entsprechendes separates Formular nutzt“, sagt Jonas Knuth, Leiter Risiko- und Leistungsprüfung Lebensversicherung der SIGNAL IDUNA. Bei komplexeren Vorerkrankungen seien jedoch bisweilen Nachfragen notwendig. 

Der Makler kann dann die Antworten diverser Versicherer auf seine Risikovoranfrage vergleichen, für seinen Kunden die bestmögliche Leistung auswählen und den Vertrag konkret anfragen. „Wir halten uns im Nachgang natürlich an unser Angebot“, so Knuth.

Aufwand nicht zu unterschätzen

Einige Versicherer bearbeiten jedoch keine anonymen Risikovoranfragen. Hier kann der Makler entweder ein Pseudonym eintragen oder mit dem Versicherer vereinbaren, dass er die Voranfrage prüft, ohne den Namen des Kunden an die HIS-Datei zu melden. 

Natürlich ist eine Risikovoranfrage mit Aufwand verbunden, insbesondere wenn der Kunde komplexe Vorerkrankungen hat und der Makler dazu ärztliche Unterlagen sichten muss, um die Voranfrage wasserdicht auszuarbeiten. Doch die anonyme Risikovoranfrage gilt als sicherer Weg, negative Einträge in der HIS-Datei zu vermeiden.

Auf dem Markt sind auch automatisierte Risikovoranfrage-Tools wie vers.diagnose oder RiVa, mit denen Makler auf einen Schlag gleich mehrere Versicherer anfragen können. Die Tools liefern umgehend ein Ergebnis. „Vers.diagnose liefert durchaus eine valide Einschätzung für die meisten BU-Kunden. Wird es wesentlich komplexer, erhält der Makler das Ergebnis, dass er den Versicherer manuell anfragen soll“, weiß SIGNAL-IDUNA-Experte Knuth. Allerdings sind längst nicht alle Versicherer damit erreichbar.

Makler und Kunde sollten in jedem Fall die Gesundheitshistorie des Kunden gemeinsam akribisch aufarbeiten und auswerten. Je nach vorliegende Diagnosen sollten dann mehrere anonyme Risikovoranfragen bei geeigneten Versicherern gestellt werden.

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